Das Statistische Bundesamt hat seine vorläufigen Berechnungen für die Inflation im Januar bestätigt. Auf Jahressicht lag die Inflation im Januar bei 2,1 Prozent, womit die Teuerungsrate nahe dem mittelfristigen Zwei-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) liegt. Von Dezember auf Januar erhöhten sich die Verbraucherpreise moderat um 0,1 Prozent. Diese Entwicklung zeigt eine Stabilisierung der allgemeinen Preissteigerungen.
Differenzierte Preisentwicklungen bei Waren und Dienstleistungen
Ein wesentlicher Preistreiber waren im Januar die Nahrungsmittelpreise, die um 2,1 Prozent zulegten. Insbesondere Schokolade, Obst und Fleisch waren in diesem Zeitraum deutlich teurer als ein Jahr zuvor. Demgegenüber standen Entlastungen bei Speisefetten und Speiseölen; die Butterpreise fielen sogar um ein Drittel günstiger aus als im Vorjahr.
Auch der Dienstleistungssektor trug zur Preisentwicklung bei. Die Dienstleistungspreise stiegen im Januar um 3,2 Prozent, was einen moderateren Anstieg im Vergleich zu den jeweils 3,5 Prozent in den drei Monaten zuvor darstellt. Hier schlägt sich unter anderem die Verteuerung des Deutschlandtickets für bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr nieder. Ein bemerkenswerter Effekt zeigte sich in der Gastronomie: Trotz der zum Jahreswechsel erfolgten Mehrwertsteuersenkung auf Speisen von 19 auf sieben Prozent verteuerte sich der Besuch in Gaststätten binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent.
Energie: Entlastung mit Ausnahmen
Im Energiesektor gab es insgesamt eine Entlastung, da Energie im Januar 1,7 Prozent günstiger war als ein Jahr zuvor. Strompreise sanken um 3,2 Prozent und Gaspreise um 2,5 Prozent. Allerdings mussten Autofahrer an der Tankstelle tiefer in die Tasche greifen: Superbenzin der Sorte E10 war im Januar im Schnitt 8,6 Cent teurer als im Dezember, bei Diesel waren es 9,4 Cent mehr. Als Hauptursache wird teureres Rohöl angeführt. Zudem dürfte die Anhebung des CO2-Preises auf 55 bis 65 Euro pro Tonne Kohlendioxid eine Rolle gespielt haben, was laut ADAC bis zu drei Cent pro Liter Kraftstoff ausmachen kann.
Zusammenfassende Kennzahlen der Preisentwicklung im Januar:
- Inflation auf Jahressicht: 2,1 Prozent.
- Nahrungsmittelpreise: Anstieg um 2,1 Prozent (Schokolade, Obst, Fleisch teurer; Speisefette/-öle, Butter günstiger).
- Dienstleistungen: Anstieg um 3,2 Prozent (Deutschlandticket verteuert, Gaststättenpreise +3,6% trotz Steuersenkung).
- Energiepreise: Rückgang um 1,7 Prozent (Strom -3,2%, Gas -2,5%; Spritpreise +0,5% durch Rohöl und CO2-Preis).
Aus Sicht von Ökonomen spricht viel dafür, dass die Teuerungsrate im Jahr 2026 knapp über zwei Prozent liegen wird, was eine Erreichung des mittelfristigen Inflationsziels der EZB bedeuten würde. Die EZB hält ihren Einlagenzins stabil, schürt jedoch weiterhin Hoffnungen auf potenzielle Zinssenkungen in der Zukunft.