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Künstliche Intelligenz: Zwischen Effizienzversprechen und Arbeitsintensivierung
Allgemein Analyse

Künstliche Intelligenz: Zwischen Effizienzversprechen und Arbeitsintensivierung

Elena Schmidt Elena Schmidt | ~3 min
Inhaltsverzeichnis
Elena Schmidt
Elena Schmidt Technologie-Redakteurin

Das Wichtigste

  • Künstliche Intelligenz führt laut Studien oft zu einer Intensivierung der Arbeit, anstatt sie zu reduzieren.
  • Mitarbeiter arbeiten mit KI-Tools schneller, länger und übernehmen neue Aufgaben, oft bis in die Freizeit hinein.
  • Die gesteigerte Arbeitsintensität kann langfristig zu geistiger Erschöpfung, schlechteren Arbeitsergebnissen und Burnout führen.
  • Ein mangelndes Verständnis der Rollenverteilung zwischen Mensch und KI kann zu Kompetenzüberschreitungen und sogar 'Robomobbing' führen.
  • Erfolgreiche KI-Integration erfordert eine bewusste Gestaltung, die menschliches Verhalten berücksichtigt und klare Rollen für Mensch und Maschine definiert.
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4 Quellen Quellenanalyse →

Künstliche Intelligenz (KI), im Englischen als 'artificial intelligence' oder artifizielle Intelligenz (AI) bezeichnet, ist einer der wichtigsten Trends in der Digitalisierung und hält in immer mehr Branchen Einzug. Viele Unternehmen setzen KI bereits ein. Obwohl manch Unternehmer hoffte, dass KI die Effizienz der Angestellten steigern und sie gleichzeitig entlasten würde, deutet eine neue Studie aus Kalifornien darauf hin, dass KI die Arbeit nicht reduziert – sie intensiviert sie.

KI und die Intensivierung der Arbeitswelt

Diese Studie wurde von den Wissenschaftlerinnen Aruna Ranganathan und Xinqi Maggi Ye von der Haas School of Business der Universität Berkeley durchgeführt. Acht Monate lang begleiteten sie 200 Mitarbeiter einer US-Technologiefirma. Das Ergebnis zeigte, dass die Angestellten nach der Einführung von KI-Tools schneller und länger arbeiteten, teilweise sogar in ihren Pausen und in ihrer Freizeit. Ein bemerkenswerter Aspekt war, dass die Mitarbeiter auch neue Aufgabenfelder übernahmen, ohne dass dies explizit von ihnen verlangt wurde. Dies zeigt, wie die vermeintliche Effizienzsteigerung zu einer Eigendynamik führen kann, bei der die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen.

Die Schattenseiten der vermeintlichen Produktivität

Während KI-Tools einfache Routine-Verwaltungsaufgaben übernehmen können, wodurch Mitarbeitern mehr Zeit für anspruchsvollere, kreative und damit 'wertvollere' Tätigkeiten bleibt, birgt die spielerisch einfache Bedienung der KI-Instrumente auch Risiken. Die gefühlte gesteigerte Produktivität kann sich so mehr und mehr in die Pausen oder in die Freizeit hineinziehen. Dies führt langfristig nicht zu einer besseren Arbeitsleistung, sondern endet oft in Zuständen geistiger Erschöpfung. Dies wiederum schlägt sich in schlechteren Arbeitsergebnissen und sogar Erkrankungen der Arbeitnehmer bis hin zum Burnout nieder.

Expertenstimmen zur Arbeitsintensivierung

Der Arbeitspsychologe Florian Schweden vom Institut für Arbeitsgestaltung und Organisationsentwicklung in Hamburg kennt diesen gefährlichen Prozess. Er untersucht die Auswirkungen von Veränderungen am Arbeitsplatz auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Seinen Beobachtungen nach setzen sich Mitarbeiter oft selbst unter Druck, wenn sie plötzlich mehr anspruchsvollere Aufgaben erledigen müssen. Er vergleicht dies damit, dass 'der Zeitanteil, den ich jetzt habe, um die schwierigen dicken Bretter als Mensch zu bohren, größer wird. Ich muss aber jetzt genauso viel leisten wie vorher, und das heißt, dass die Menschen anfangen, intensiver zu arbeiten, schneller zu arbeiten.'

Kompetenzüberschreitung und KI als Konkurrent

Die Berkeley-Studie stellte auch fest, dass KI-Werkzeuge einige Mitarbeiter zur Überschreitung der eigenen Kompetenzen verleiteten. So begannen Manager und Produktdesigner mithilfe von KI Computerprogramme zu erstellen, anstatt diese Arbeit den dafür zuständigen Fachkräften zu überlassen. Dies führte jedoch nicht zu einer gesteigerten Effizienz, da die Programmierer die durch ihre fachfremden Kollegen erstellten Programme mühsam überprüfen und korrigieren mussten.

KI kann auch dann Druck auf die Arbeitnehmer ausüben, wenn sie nicht als helfender Partner, sondern als Konkurrent wahrgenommen wird, der den eigenen Arbeitsplatz bedroht. Matt Shumer warnt zwar vor Jobverlust durch KI, doch Studien und Experten widersprechen ihm hier. Ein extremes Beispiel für diese Konkurrenzwahrnehmung fand sich in einer Untersuchung von Florian Schweden: Die Angst der Mitarbeiter eines Logistikunternehmens, durch KI ersetzt zu werden, mündete in einen Fall von 'Robomobbing'. Angestellte legten den selbstfahrenden Robotern Holzpaletten in den Weg, um deren Effizienz zu mindern und zu zeigen, 'dass der Mensch, der irgendwo drübersteigen kann, noch gebraucht wird.'

Gestaltung von KI-Systemen: Menschzentriert und Rollenbasiert

Arbeitspsychologe Florian Schweden möchte den KI-Einsatz keineswegs verteufeln. Für ihn ist es entscheidend, dass Unternehmen zusammen mit ihren Mitarbeitern vor der Einführung von KI-Tools klar die Rollen von Mensch und Maschine verteilen. Alicia von Schenk, Deutschlands jüngste Professorin im Bereich KI, unterstreicht die Notwendigkeit, KI-Systeme so zu gestalten, dass sie zu echtem menschlichem Verhalten passen. Die Wissenschaftlerinnen aus Berkeley sprechen sich dafür aus, bei der Einführung von KI nicht die Kontrolle über die Folgen abzugeben. Unternehmen müssen sich fragen, welche Auswirkungen die Technologie auf ihre Belegschaft hat, um negative Entwicklungen zu vermeiden.

KI im Bildungssystem und der Digitalisierung

Neben den Auswirkungen auf die Arbeitswelt, ist Künstliche Intelligenz (KI) als computerbasiertes System auch im weitesten Sinne ein wichtiger Trend in der Digitalisierung. Ihre Relevanz erstreckt sich auch auf andere gesellschaftliche Bereiche, wie beispielsweise die Bildung. Hier gibt es ebenfalls Debatten über den richtigen Umgang mit der Technologie: Der Deutsche Lehrerverband zweifelt an einem KI-Vorstoß von Österreich.

Fazit und Ausblick

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in den Arbeitsalltag birgt enorme Potenziale für die Übernahme von Routineaufgaben und die Freisetzung menschlicher Kapazitäten für kreativere Tätigkeiten. Doch die vorliegenden Studien machen deutlich, dass ohne eine bewusste und strategische Gestaltung des Einsatzes, KI zu einer Intensivierung der Arbeit, geistiger Erschöpfung und sogar Konflikten am Arbeitsplatz führen kann. Unternehmen müssen bei der Einführung von KI die Kontrolle über die Folgen behalten und proaktiv die Rollenverteilung zwischen Mensch und Maschine definieren, um die Vorteile der Technologie nachhaltig nutzen zu können, ohne die Mitarbeiter zu überlasten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die grundlegende Definition und Bedeutung von Künstlicher Intelligenz?
Künstliche Intelligenz (KI), auch als 'artificial intelligence' oder artifizielle Intelligenz (AI) bekannt, bezeichnet im weitesten Sinne computerbasierte Systeme. Sie ist einer der wichtigsten Trends in der Digitalisierung und hält zunehmend in verschiedenen Branchen Einzug. Ihre Bedeutung liegt in der Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu automatisieren, Daten zu analysieren und Entscheidungsprozesse zu unterstützen, was weitreichende Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft hat. Viele Unternehmen nutzen KI bereits, um Prozesse zu optimieren und neue Möglichkeiten zu erschließen.
Welche aktuellen Meinungen und Perspektiven gibt es von Experten zum KI-Boom?
Experten beleuchten den KI-Boom vielschichtig. Aruna Ranganathan und Xinqi Maggi Ye von der Haas School of Business der Universität Berkeley haben in einer Studie festgestellt, dass KI die Arbeit eher intensiviert als reduziert. Arbeitspsychologe Florian Schweden vom Institut für Arbeitsgestaltung und Organisationsentwicklung in Hamburg bestätigt, dass Mitarbeiter sich durch anspruchsvollere KI-gestützte Aufgaben selbst unter Druck setzen. Er warnt vor geistiger Erschöpfung und Burnout. Andererseits betont Alicia von Schenk, Deutschlands jüngste KI-Professorin, dass KI-Systeme so gestaltet werden sollten, dass sie echtem menschlichem Verhalten entsprechen. Die Diskussion dreht sich also um die Gestaltung und Steuerung von KI, um ihre Potenziale zu nutzen und gleichzeitig negative Auswirkungen zu minimieren.
Wie wirkt sich KI auf die Arbeitswelt aus (z.B. Mehrarbeit, Effizienz)?
Die Einführung von KI-Tools in der Arbeitswelt kann paradoxe Effekte haben. Eine Studie aus Kalifornien mit 200 Mitarbeitern einer US-Technologiefirma zeigte, dass Angestellte nach der KI-Einführung schneller und länger arbeiteten, teilweise sogar in Pausen und Freizeit. Obwohl KI Routineaufgaben übernehmen kann und so Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten schafft, kann die gefühlte gesteigerte Produktivität zu einer Ausdehnung der Arbeit in die Freizeit führen, was langfristig geistige Erschöpfung und schlechtere Arbeitsergebnisse zur Folge hat. Auch können Mitarbeiter eigene Kompetenzen überschreiten, indem sie mithilfe von KI fachfremde Aufgaben übernehmen, was letztlich die Effizienz mindert.
Welche Rolle spielt KI im Bildungssystem und gibt es Debatten darüber?
Künstliche Intelligenz beginnt auch im Bildungssystem eine Rolle zu spielen, was zu Diskussionen und Debatten führt. Während KI als wichtiger Trend der Digitalisierung in immer mehr Branchen Einzug hält, ist ihr Einsatz in der Bildung ein sensibles Thema. Aktuell gibt es Zweifel des Deutschen Lehrerverbands an einem KI-Vorstoß von Österreich. Dies deutet darauf hin, dass die Integration von KI in den Unterricht und die Lehrpläne kritisch bewertet wird. Es geht dabei um Fragen der pädagogischen Eignung, der didaktischen Umsetzung und der potenziellen Auswirkungen auf Lernprozesse und die Entwicklung von Schülern. Die Debatte unterstreicht die Notwendigkeit einer sorgfältigen Abwägung der Chancen und Risiken von KI im Bildungsbereich.
Wo wird KI bereits eingesetzt und welche Trends gibt es in der Digitalisierung?
Künstliche Intelligenz ist einer der wichtigsten Trends in der Digitalisierung und findet in immer mehr Branchen Anwendung. Viele Unternehmen setzen KI bereits ein, beispielsweise zur Automatisierung von Routine-Verwaltungsaufgaben, wie in der in Kalifornien durchgeführten Studie beschrieben wird, bei der KI-Tools einfache Routinen übernahmen. Die Technologie wird verwendet, um Effizienz zu steigern, kreative Prozesse zu unterstützen und komplexe Daten zu verarbeiten. Obwohl Matt Shumer vor Jobverlust durch KI warnt, widersprechen ihm Studien und Experten, was die breite Akzeptanz und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von KI in der gegenwärtigen Digitalisierungslandschaft unterstreicht.
Quellenanalyse
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Aus Quellen zitiert
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Redaktionelle Synthese
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Zitierte Passagen im Text stammen direkt aus den unten aufgeführten Quellen. Redaktionelle Synthese bezeichnet die Zusammenführung, Analyse und Kontextualisierung durch die KI.

5 verwendete Quellen
www.tagesschau.de Primärquelle
Studie: Wenn KI nicht weniger, sondern mehr Arbeit macht | tagesschau.de
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www.handelsblatt.com
So sieht Deutschlands jüngste Professorin den KI-Boom
vor 1 Tag — Wir sollten KI-Systeme so gestalten, dass sie zu echtem menschlichen Verhalten passen. Alicia von Schenk. So zeigte sie in einer Studie: ...
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de.wikipedia.org
Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz (KI), englisch artificial intelligence, daher auch artifizielle Intelligenz (AI), bezeichnet im weitesten Sinne computerbasierte ...
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www.digitale-technologien.de
Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz (KI ) ist einer der wichtigsten Trends in der Digitalisierung und hält in immer mehr Branchen Einzug. Viele Unternehmen setzen KI bereits ...
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www.fr.de
KI-Unterricht statt Latein: Lehrerverband warnt vor ...
vor 1 Tag — Deutscher Lehrerverband zweifelt an KI-Vorstoß von Österreich. Anders als in Deutschland wird Bildung in Österreich zentral vom Bund geregelt.
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